Orthomolekulare Medizin: Mikronährstoffe für Gesundheit und Wohlbefinden

Die orthomolekulare Medizin gehört zu den alternativmedizinischen Methoden. Sie versteht sich als Ergänzung zu anderen Therapiemethoden, wie zum Beispiel der schulmedizinischen Pharmakotherapie (Behandlung von Krankheiten durch Medikamente). Wegbereiter dieses Therapieprinzips war der amerikanische Biochemiker und zweifache Nobelpreisträger Linus Pauling. Nach Pauling bedeutet orthomolekulare Medizin „die Erhaltung guter Gesundheit und die Behandlung von Krankheiten durch Veränderung der Konzentration von Substanzen, die normalerweise im Körper vorhanden und für die Gesundheit verantwortlich sind“.

Der Name „orthomolekular“ ist hierbei seine eigene Wortschöpfung und leitet sich aus den Wörtern „orthos“ (griech.) = richtig, gut und „molekular“ (lat.) = Baustein ab.

Was sind essentielle Mikronährstoffe
Unter essentiellen Mikronährstoffen, oftmals auch Vitalstoffe genannt, verstehen wir Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente aber auch bestimmte Fettsäuren und so genannte sekundäre Pflanzenstoffe. Sekundäre Pflanzenstoffe ist der Oberbegriff für eine Reihe chemisch sehr unterschiedlicher Substanzen in Pflanzen. Es sind z.B. Farbstoffe, Geruchs- und Geschmacksstoffe, die nur in geringen Konzentrationen in den Pflanzen vorkommen, aber enorme Wirkungen entfalten können.

Wirkung von Mikronährstoffen
Gerade diese Stoffgruppe hat in den letzten Jahren die Wissenschaftler verstärkt zur Forschung angeregt. Am bekanntesten dürften hier die sekundären Pflanzenstoffe aus roten Weintrauben sein, denen positive Eigenschaften zum Schutz von Herz und Blutgefäßen zugesprochen werden.

Die Problematik mit der ausgewogenen Ernährung
Leider schaffen wir es heutzutage vielfach nicht mehr uns ausgewogen zu ernähren und somit ausreichend mit Vitalstoffen zu versorgen. Fünf Obst- und Gemüsemahlzeiten, wie von Ernährungsexperten empfohlen, lassen sich oftmals nicht in unseren Alltag integrieren. Hinzu kommt, dass unsere Lebensmittel aufgrund von Züchtungen, Transport-, Lagerungs- und Zubereitungsbedingungen nicht mehr die Konzentrationen an Vitalstoffen enthalten, die ursprünglich einmal enthalten waren.

Natürlich verfügt unser Körper über ein Speichersystem und auch gewisse Anpassungsmöglichkeiten, aber gerade wenn krankhafte Veränderung oder aber anhaltende Stressbelastungen hinzukommen, die meistens einen erhöhten Bedarf an diesen Stoffen abverlangen, sind unsere Vitalstoffspeicher schnell am Ende und können oftmals auch durch eine noch so ausgewogene Ernährung nur unzureichend wieder aufgefüllt werden.

Vitalstoffe: Diätetische Zufuhr bei bestimmten Erkrankungen
Unter einer diätetischen Zufuhr versteht man in der Medizin eine „auf die Bedürfnisse des Patienten zugeschnittene“ Ergänzung mit Vitalstoffen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass unterschiedliche Grunderkrankungen auch ganz unterschiedliche Bedürfnisse in der Mikronährstoffkombination erfordern.

Für eine ganze Reihe an chronischen Erkrankungen oder Infektionskrankheiten ist die therapiebegleitende Zufuhr von Mikronährstoffen sinnvoll und vielfach bewährt . Hierzu gehören Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, reduzierte Immunabwehr beispielsweise nach Operationen oder durchgemachten schwereren Krankheitsepisoden, Makuladegeneration (Augenerkrankung), Osteoporose, Wechseljahresbeschwerden oder auch rheumatische Erkrankungen, wie zum Beispiel Arthrose.

 

 

Gerade im Herbst und Winter unterliegt unser Immunsystem erhöhten Anforderungen. Die Temperaturen sinken und die Zahl der Erkältungen steigt. Eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen, die unser Immunsystem unterstützen, ist entscheidend für seine volle Leistungsfähigkeit. Besonders Senioren aber auch Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen sowie beruflich stark eingespannte Personen sind jetzt besonders anfällig. Die Erkältungshäufigkeit und auch die Erkältungsdauer können durch eine prophylaktische (vorsorgliche) Therapie deutlich verbessert werden.

 

© steffenkuhnert.de

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